Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Grabstein Hille – Sallmann

Auf dem Neuen Friedhof in Schönau (eröffnet am 01.01.1874) befindet sich dieser schöne Grabstein aus Basalt, auf dem sich erfreulicher Weise die alten deutschen Eintragungen erhalten haben, die uns so Anhaltspunkte zu den Familien geben, die hier ihrer Verstorbenen gedenken.

Was sogleich auffällt ist, dass keine konkreten Sterbedaten angegeben sind. Darüber hinaus sind drei Vornamen abgekürzt, was durchaus unüblich erscheint. Schauen wir uns die Verstorbenen etwas näher an:

Älteste Person ist Josef Hille, dabei handelt es sich unzweifelhaft um den Bandfabrikanten Josef Hille aus Schönau (05.08.1807 bis 01.01.1876), Sohn des Bandfabrikanten und Schulaufsehers Franz-Josef Hille und seiner Gattin Thekla Hille, geb. Frind. Der Grabstein der Eltern befindet sich an der Nordseite des Schönauer Kirchtums.

Josef Hille und seine Frau Amalia (1805-1865) lebten viele Jahre in Schönau Nr. 319 und hatten zwei Töchter, von denen die jüngere, Theresia, den Oberlehrer Leopold Günther heiratete (siehe Beitrag in Unser Niederland, Folge 891). Die ältere Tochter, Maria Anna (18.02.1833), heiratete im Jahr 1854 den Strumpfwirker Johann Sallmann aus Kleinschönau Nr. 43. Diese Eheleute finden sich ebenfalls auf unserem Grabstein, ebenso wie ihre Tochter Filomena Sallmann, die ledig in Kleinschönau Nr. 43 lebte und Handarbeitslehrerin an der Volksschule Zeidler war.

Nach dem Tode seiner Frau Amalia heiratete Josef Hille 1867 in der Wölmsdorfer Wallfahrtskirche die aus Margarethendorf stammende Franziska Kasper (25.02.1833 – 02.10.1891), die als Franziska Hille ebenfalls ihren Platz auf dem Grabstein fand. Das Ehepaar Hille lebte nun in Schönau Nr. 32, ein Haus, das Josef Hille nach einem Brandereignis im Jahr 1871 an seiner heutigen Stelle an der Straße neu errichten ließ.

Letzte Person auf dem Grabstein ist Magdalena Kasper, die gewiß aus der Familie von Franziska Hille stammte und 1880 im 83. Lebensjahr verstarb. Allerdings ist es bislang nicht gelungen, diese Person näher zu identifizieren. Möglicherweise war Magdalena eine Schwester von Franz Kasper, dem Schwiegervater von Josef Hille. Diese Magdalena Kasper trat bei der Taufe von Theresia Kasper 1829 als Patin auf. Etwas unwahrscheinlich, aber auch nicht ganz ausgeschlossen, ist die Möglichkeit, dass eine Verwechslung vorliegt. Im Jahr 1879 starb nämlich im 83. Lebensjahr Theresia Kasper aus Margarethendorf in Schönau Nr. 32, dem Wohnhaus ihres Schwiegersohnes Josef Hille. Ob sie mit Magdalena Kasper gemeint war ?

Die Grabinschriften machen einen sehr einheitlichen Eindruck, so dass davon auszugehen ist, dass sie gemeinsam und zeitgleich eingraviert wurden, mithin frühestens im Jahr 1934, dem Sterbejahr von Filomena Sallmann. Deren Bruder, Johann Sallmann (1870-1929), Dechant von Deutsch-Gabel, war zu diesem Zeitpunkt schon verstorben. Die Schwester Maria (1868- n.1921), hatte den Johann Zimmer (1852-1906) aus der Nieder-Mühle in Hemmehübel geheiratet und deren Tochter Maria den Lehrer Herrmann Schierz aus Hilgersdorf; die Eheleute Schierz übernahmen schließlich als einzige Erben das Elternhaus in Kleinschönau Nr. 43. Es deutet also vieles darauf hin, dass Hermann Schierz es war, der für seine verstorbene Verwandtschaft diesen Gedenkstein errichten ließ. Ob zuvor auf dem Grabstein eine frühere, ursprüngliche Grabinschrift vorhanden war, läßt sich wie so vieles andere nicht mehr klären.

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