
Bischof Augustin Bartholomäus Hille, 11. Bischof von Leitmeritz
Bischof Hille stammte aus dem Nordböhmischen Niederland und war sicher der größte Sohn seines Geburtsortes Schönau, einem relativ großen dörflichen Ort im nördlichsten Teil von Böhmen. Er entstammte ärmlichen Verhältnissen, studierte Theologie und wurde 1810 zum Priester und 1832 zum Bischof von Leitmeritz geweiht. Augustin Bartholomäus Hille starb im Jahr 1865, hochbetagt und hochverehrt. Literatur zum Wirken und zum Leben von Bischof Hille gibt es reichlich. Dieses auch nur annähernd darzustellen oder auch nur anzureißen, können wir uns an dieser Stelle daher ersparen. Statt dessen sollen einige wenige, bislang unbeachtet gebliebene Aspekte seines Lebens gewürdigt werden.
Biographie zu Bischof Hille:
Franz Reike: Augustinus Bartholomäus Hille. Bischof von Leitmeritz. Ein Lebensbild (Wien 1910).
Ein Photo von ca. 1860
Wichtigste Literatur zum Leben und Wirken von Bischof Hille ist zweifellos eine Biographie, die 1910 anläßlich des 100. Jahrestages seiner Priesterweihe erschien (Reike 1910). Reike bringt gleich zu Beginn überraschend ein Photo von Augustin Hille, das vermutlich wenige Jahre vor seinem Tod aufgenommen wurde, nennt den Fotografen jedoch nicht. Durch glückliche Umstände ist das originale Photo, zumindest ein weiterer Abzug aus jener Zeit, erhalten geblieben, so dass hier das Photo einerseits erneut vorgelegt werden kann und wir andererseits nunmehr wissen, wer das Photo angefertigt hat. Der Photograf war Franz Boden aus Glatz. Er nannte sich Graveur und Photograph und führte sein Atelier in der Nr. 119, der Stadt-Pfarr-Kirche gegenüber. Über das Leben von Franz Boden konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen. Allein die auch sonst gut aufgestellte Website von Frau Thiel-Melerski liefert einige Hinweise zum Foto-Atelier. Demnach wurde Franz Boden 1812 geboren. Von 1858 bis 1877 führte er sein Atelier an der angegebenen Adresse, bevor es durch seinen gleichnamigen Sohn fortgeführt wurde. Franz Boden starb am 10.10.1886. Im Internet finden sich nicht wenige Fotos aus seinem Atelier. Dabei ist eine gewisse gleichbleibende Gestaltung der Hartpappenrückseite zu beobachten. Ein Lithograph wird nicht angegeben. Da nicht anzunehmen ist, dass Bischof Hille in seinem hohen Alter eine Reise nach Glatz zum Zwecke der Anfertigung eines Photos unternommen haben wird, dürfen wir wohl davon ausgehen, dass Franz Boden auch „Hausbesuche“ machte.


Es sei nicht unterschlagen, dass dies nicht das einzige Bild ist, was sich von Bischof Hille erhalten hat. In den einschlägigen Webseiten findet sich z.B. die berühmte Lithografie, die Adolf Dauthage im Jahr 1854 von Bischof Hille angefertigt hat. Auch gibt es in den Räumen des bischöflichen Palais in Leitmeritz einige Gemälde (siehe Titelbild) und Zeichnungen und sogar eine Büste von ihm.
Ein Bild vom Geburtshaus in Schönau, Nr. 50
Wohl noch zu Lebzeiten von Bischof Augustin Bartholomäus Hille wurden zwei farbige Tuschzeichnungen angefertigt, die den Gebäudekomplex der Schönauer Bandfabrik Hille & Hampel nach 1858 darstellen. Neben den eigentlichen und eher in der Mitte plazierten Firmengebäuden findet sich am rechten Bildrand ein Umgebindehaus, Schönau Nr. 50, in dem die Eltern von Augustin, die Eheleute Johann Josef und Marie Gertrud Hille, lebten und er und seine Geschwister geboren wurden. Von all den dargestellten Gebäuden steht heute nur noch das ganz linke Gebäude, das Umgebindehaus Schönau Nr. 51.

Firmenkomplex der Bandfabrik Hille & Hampel in Schönau in Nordböhmen, rechts das Umgebindehaus Schönau Nr. 50, dem Geburtshaus der Geschwister Hille. Undatierte Tuschzeichnung (Sammlung Liebisch, Halle).
Das Arbeitsgebiet, die Diozöse Leitmeritz
Bei meinen Recherchen zu Bischof Hille bin ich auf beiliegende Karte gestoßen, die das Bistum zur Zeit von Bischof Hille darstellt und ihm zu Ehren angefertigt und gewidmet wurde. Die Diozöse entspricht dem Grunde nach dem Sammlungsgebiet des heutigen staatlichen Kirchenbucharchivs von Litomerice.

Karte des Bistums Leitmeritz, die dem Bischof A. B. Hille in tiefster Ehrfurcht gewidmet wurde. (https://www.dltm.cz/de/geschichte2)
Da die Seite vermutlich nicht die ursprüngliche Qualität der Karte widergibt, die sie im Original hat, sei an dieser Stelle die Möglichkeit gegeben, sich selbst von der Karte ein Bild zu machen:

QR Code: Tobias Hille, Kassel,
Die Ahnenliste von Bischof Augustin Bartholomäus Hille
Basis sind hauptsächlich die Kirchenbücher und die Mannschaftsbücher von Schönau. Neben den Hausnummern, die ja erst nach 1771 zur Geltung kamen, werden die vorangehenden und in Schönau spätestens ab 1740 angewandten Hausnummern angegeben, wobei zwischen B (Bauern) und H (Häuslern) differenziert wird.
(in Arbeit)
