Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Der Gedenkstein vom Hantschberg bei Nixdorf

In Nixdorf gibt es einen Gedenkstein, der etwa dort, wo die Diebstraße die Straße nach Hinterhermsdorf quert, an ein lang zurückliegendes Unglück erinnert. Eine Erläuterung dessen, was damals am 30.06.1885 geschah, mag vielleicht so manchen Nixdorfer interessieren. Ein Blick in die Nixdorfer Kirchenbücher hilft zunächst, die Identität des Verunglückten zu klären. Demnach starb am 30.06.1885 um „½ 6 Uhr“ mit 36 Jahren der Bauer Franz Schneider aus Nixdorf 240, „vom Blitz getötet“. Seine Beerdigung fand wenige Tage darauf am 03.07.1885 statt. Franz war am 17.02.1849 als Sohn des Bauern Johann Schneider, Nixdorf 240, und seiner Frau Maria Magdalena, geb. Franz Hampel aus Nixdorf 290, geboren worden. Er heiratete am 19.01.1875 in Lobendau; Braut war die 26jährige Bauerstochter Maria Dittrich aus Lobendau Nr. 126 „Hartsch-Bauer“. Das Paar hatte 5 Kinder.

Für Maria Schneider muß das Unglück am Hantschberg eine große Katastrophe gewesen sein, stand sie doch nun allein mit 3 kleinen Kindern und dem großen Bauerngute in Nixdorf „Andries-Bauer“ da. War doch der Schwiegervater Johann Schneider bereits 1883 verstorben; und auch die Schwiegermutter starb bereits wenige Jahre später (1889). Über diese Zeit ist mir sonst nicht viel bekannt, jedoch scheint die Witwe die Lage relativ gut gemeistert zu haben. Ihr ältester Sohn Franz führte die Wirtschaft Nr. 240 in Nixdorf weiter, der jüngere Sohn Josef erwarb vor dem 1. Weltkrieg in Hainspach die Wirtschaft Nr. 44 „Schneider-Bauer“ und die Tochter Maria heiratete in die Wirtschaft Nixdorf 412 „Herlts-Hons“ ein.