Herrn Reinhard Strobach aus Niedereinsiedel, langjähriger Heimat- und Familienforscher, zum Gedenken
Beschäftigt man sich mit der Geschichte der Mühlen in Niedereinsiedel greift man fast automatisch zunächst zum Standardwerk der Niedereinsiedler Heimatforschung, der von Lehrer Josef Herzig im Jahr 1923 verfassten Schrift „Aus alter und neuer Zeit. Historische Daten der Stadtgemeinde Niedereinsiedel i. B.“ Hier steht, nicht überraschend, vor allem die überregional bekannte Niedereinsiedler Papiermühle im Blickpunkt. Um jedoch auch den nicht minder bedeutenden Nieder- und Obermühle in Niedereinsiedel gerecht zu werden, sollen hier zunächst die Niedereinsiedler Kirchenbücher zu Wort kommen.
Laut Urbar von 1677 gab es bereits eine Mahlmühle, die der Herrschaft gehörte. Dabei kann es sich nur um die Obermühle Nr. 16 handeln.
Anlässlich einer Trauung in Schönau am 23.10.1709 ist erstmals die Niedereinsiedler Müllerfamilie Hille zu fassen. Der Bräutigam Mathes Hülle war ein Sohn des bereits verstorbenen Müllers aus Niedereinsiedel Christoph Hülle und die Braut Elisabeth eine Tochter des Niedermüllers Christoph Opitz aus Schönau. In einem Verzeichnis von 1718 war Mattes Hille der einzige Mahlmüller in Niedereinsiedel.
1772 gab es bereits drei Wassermühlen in Niedereinsiedel: No 1 die Papiermühle von Familie Dittrich (später Nr. 84), No 2 Hans Christoph Hülle (später Nr. 16) und No 3 die Niedermühle von Gottfried Schicktanz (später Nr. 81). Diese drei Wassermühlen sind auch in der Karte der Josephinischen Landesaufnahme von 1763-1787 eingetragen.
Die beiden jüngsten Mühlen in Niedereinsiedel, die „Forellenmühle“ am Wölmsdorf-Sebnitzer Bach mit der Nr. 111 und die Nr. 115 ganz im Oberdorf, die beide der Pappenherstellung dienten, tauchen erst auf den Karten im 19. Jhd. auf.