Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Hainspach Nr. 91 – Bortel-Bauer

Beitragsbild: Hainspach Nr. 91 Bortel-Bauer, Winteraufnahme 1. Hälfte 20. Jhd. (Slg. Vincenz)

Der 19. Juni 1716 – ein wichtiger Tag in der Geschichte der Familie Frindt

Allen Nachkommen von Adam Frind zum Gruß

Der 19. Juni 1716 war ein Freitag. Wir wissen nicht, wie das Wetter war und wie es sonst um die Familie Frindt stand. Wir wissen nur, dass dieser Tag für Adam Frindt ein wichtiger Tag war. Er war nun 32 Jahre alt, hatte vor 5 Jahren seine Frau Elisabeth (1690-1719), die Tochter des Bauern Bartel Rösler, geheiratet. Dem Paar waren bislang 2 Kinder geschenkt worden, die Gott sei Dank wohl auch beide gesund waren. Seine Eltern, Johannes und und Sabine Frindt, bewirtschafteten die kleine Gartennahrung G3, welche später die Nr. 28 bekommen sollte. Ob damals schon klar war, dass sein jüngerer Bruder Christian Frindt die elterliche Wirtschaft übernehme würde, ist nicht bekannt. Adam selbst hatte andere Pläne. Vermutlich wohnte Adam Frindt mit seiner kleinen Familie bereits auf dem Hof der Schwiegereltern und wirkte kräftig in der Landwirtschaft mit. Sein Schwiegervater, der Bartel Rösler, war am 18.07.1711, dem Tag der Hochzeit seiner Tochter Elisabeth mit Adam Frindt, nicht mehr am Leben. Es lebte aber noch die Schwiegermutter Sibille Rösler. Ob seine Frau Elisabeth weitere Geschwister hatte, ist nicht bekannt, zumindest hatte sie wohl keine Brüder. Und damit sind wir wieder bei dem bestimmten Datum 19. Juni 1716. Adam Frindt hatte heute einen Termin bei den Hainspacher Gerichten. Mit ihm war Sibille Rösler, seine Schwiegermutter, zu diesem Termin gekommen. Heute endlich konnte Adam Rösler das dreirüthige Bauerngut seines Schwiegervaters endgültig erwerben. Warum bis zu diesem Kauf 5 Jahre seit dem Tod von Bartel Rösler vergehen mußten, ist heute schwer zu verstehen. Solche Zeitspannen waren damals aber offensichtlich eine ganz normale Angelegenheit. Jedenfalls betrug der Kaufpreis für dieses Bauerngut 150 Taler, davon zahlte er 101 gleich in Bar an den Verkäufer. Eine zweite Rate in Höhe von 48 Talern erhielt seine Schwiegermutter. Adam Frindt kaufte den Hof „Erdwied- und Nagelfest“ in den „alten Reinen und Steinen“, wie es der vorherige Besitzer innehatte und so wie es so schön und regelhaft in all den alten Kaufverträgen formuliert ist, mit allen königlichen Steuern, grundobrigkeitlichen Gezählen, Abgaben und Diensten und zwar als erblichen Erkauf. Wie groß der Hof damals war, wissen wir nicht. In der Urkunde lesen wir jedoch von Drei Ruthen. Zuletzt wurde seine Größe mit 25 ha angegeben, darunter 16 ha Wald.

Mit dem 16. Juni 1716 begann eine lange Zeit von 229 Jahren, in denen die Familie Frind/Frindt ununterbrochen auf diesem Hof Nr. 91 saß, eine schöne Familienkontinuität; rechnen wir die Jahre der Familie Rösler hinzu, sind es mindestens 291 Jahre. Und über den Verkauf im Jahr 1716 hinweg ist der Vorname Bartel von Adam Frindts Schwiegervater als Hofname im „Bortel-Bauer“ erhalten geblieben.

Die Kaufurkunde findet sich im Hainspacher Grundbuch; OS Hanšpach 6, Inv.-Nr. 64, Folie 128; online einsehbar unter https://digi.soalitomerice.cz/digitalnibadatelna/

Der Name Frindt wurde aufgrund der Schreibweise im Grundbuch hier beibehalten, auch wenn sich die späteren Generationen Frind schrieben.