Baltzer Hermanns Kreuz in Groß Schönau
Im letzten Beitrag habe ich von der „Hermen-Baltzer-Kapelle“ berichtet. Die Kapelle war nicht das einzige religiöse Kleinod, das der Hofezimmermeister Baltzer Hermann in Niederschönau errichten ließ. Auch ein Wegekreuz ist mit ihm verbunden. Im Gegensatz zur Kapelle steht dieses Wegekreuz auch heute noch in Schönau an seiner alten, ursprünglichen Stelle, am Wege nach Wölmsdorf. Haus und Garten von Baltzer Herrmann sind längst vergangen, das Kreuz jedoch hat die Zeiten überdauert. Wie auch schon die Kapelle ist auch das Kreuz im Jahr 1784 errichtet worden. Der Stifter war schon ein Jahr zuvor verstorben. Vom Wegekreuz liegt heute noch eine Beschreibung aus dem Jahr 1836 vor, so dass wir eine gute Vorstellung vom damaligen Zustand haben. Demnach bestand der Sockel, also das Postament, aus Stein. Das Kreuz selbst war aus Eisen gefertigt, das Kruzifix und die angebrachten Figuren dagegen aus Eisenblech. Über dem Kruzifix war „Gott Vater“ dargestellt, unten: „Johannes und Elisabeth“. Die Figuren waren gemalt. Auch der Text der Inschrift ist wie folgt überliefert:
Sehet an den Schmerz
und sehet ob irgend ein Schmerz
dem meinigen gleichen
Kommt alle zu mir, die ihr
mühselig und beladen seid.
1784
Das Wegekreuz ist bis heute erhalten und besteht aus einem schmalen hohen Steinsockel, welcher ein eisernes Kreuz trägt. Ob der heutige Sockel das ursprüngliche Postament ist, bleibt unklar, da die Schauseite mir für den überlieferten Inschriftentext als zu schmal erscheint. Vielleicht ist der Sockel zu einem späteren Zeitpunkt ersetzt worden. Das Kreuz wird auch heute noch zuweilen mit roten Blumen geschmückt, ein Zeichen dafür, dass es von der heutigen Bevölkerung gepflegt und erhalten wird. Allerdings wird es verschiedentlich dem Haus Nr. 210 zugeordnet, was hiermit mit Nr. 209 zu korrigieren wäre.


Foto:s M. Turyna, Velky senov