

Abb. 1 und 2: Hochwasser in Lobendau, Aufnahmen 6. Juni 1926

aus Fotoalbum Pathe
Das Hochwasser von 1926 in Lobendau
Anton Lode in dankbarer Erinnerung
Bei meinen Ausführungen zu einem vermutlichen Dorf am Frohnbach bei Neudörfel hatte ich mich auch zu den möglichen Ursachen des Untergangs des dörflichen Weilers geäußert und ein Hochwasser ins Spiel gebracht. Manch einer mag denken, dass solch zerstörerische Hochwasser im Nordböhmischen Niederland doch eher unwahrscheinlich seien, sind doch die Täler recht weit und von daher könnten so ja auch größere Wassermengen wieder rasch abfließen.
In der Lobendauer Chronik von Ernst Richter ist allerdings von jährlichen Hochwassern die Rede, die Lobendau regelmäßig im Frühjahr heimsuchten, wenn Schneeschmelze und Dauerregen den aus Hilgersdorf kommenden Dorfbach erheblich anschwellen ließen. Viele enge Bachwindungen und schmale Brücken ließen die Wassermassen zu einer Gefahr für die nahe stehenden Gebäude werden. Diesen Katastrophen ist man erst durch die Bachregulierung im Niederdorf Ende der Dreißiger Jahre Herr geworden. Das sanierte Teilstück der Dorfbach begann am Abzweig des aus Hilgersdorf kommenden Mühlgrabens zwischen Nr. 99 (Schelzig-Fleischer) und Nr. 264 (Meta Laske) und reichte bis Nr. 148 (Schleifermaaz) ganz im Niederdorf. Der zweite Teil des Vorhabens im Oberdorf konnte infolge des 2. Weltkrieges nicht mehr begonnen werden.
Ein verheerendes Hochwasser fand am 6. Juni 1926 statt. Auf zwei Photoaufnahmen, die ich in der Bildersammlung von Anton Lode entdeckte, sind die erheblichen Ausmaße des Hochwassers zu erahnen. Ganz gewiss war das Wasser nicht schon am nächsten Tage abgeflossen. Genaue Daten zur Dauer des Hochwassers und zu den Schäden sind mir allerdings nicht bekannt. Wer kann mir sagen, welche Häuser auf den Bildern zu erkennen sind ? Neben diesen beiden Bildern aus der Sammlung von Anton Lode gibt es noch ein drittes Bild in der Chronik von Ernst Richter. Gern wüßte ich mehr zum Hochwasser. Wer von den Lobendauern kann mir zu diesem oder zu anderen Hochwasserereignissen weitere Informationen oder Bilder liefern ?
Hochwasser gibt es in Lobendau bis in die heutige Zeit hinein. Das letzte mir bekannte Hochwasser geschah am 17. Juli 2021, als neben zahlreichen Orten in der Sächsischen Schweiz wie Bad Schandau, Sebnitz und Neustadt auch Nieder Einsiedel und Lobendau von den heftigen Regengüssen des Tiefdruckgebietes Bernd betroffen waren.

Ortsplan von Lobendau (1843); grün: der Mühlgraben; durchgezogene blaue Linie: die Dorfbach, rote Strichlinie: Regulierungen im Verlauf der Dorfbach [Achtung: die Nummern bei den Häusern sind keine Hausnummern], bearbeitet nach einem Plan von 1843 https://ags.cuzk.cz/
In seinem Heft über Hilgersdorf VII berichtet Jochen Lebelt 2022 über ähnliche Hochwasser in Hilgersdorf, das am gleichen Bachlauf liegt.