
Seifhalden am Seifenbach als letzte oberirdisch sichtbare Zeugen für die Goldwäscherei bei Lobendau
Goldwäscherei in Lobendau
Ernst Richter, dem Ersteller der Lobendauer Chronik in dankbarer Erinnerung
Zu den merkwürdigsten geschichtlichen Überlieferungen im nordböhmischen Niederland gehören die Nachrichten zur Goldwäsche im Seifenbach bei Lobendau (Bublava Lobendava). Am frühesten hat nach meiner Kenntnis Josef Fiedler in seiner Heimatkunde des politischen Bezirkes Schluckenau darüber berichtet (Fiedler 1898, S. 403, mit älterer Literatur). Die seinerzeit zusammengetragenen Erkenntnisse haben bis heute kaum Ergänzungen gefunden und finden sich daher auch stets in den jeweiligen Aufsätzen und auch in der oben genannten Lobendauer Chronik wieder, so dass ich sie heute hier kurz resümieren will. Demnach entspringt der Seifenbach nahe der Landesgrenze auf Höhe des sächsischen Hohwaldes und mündet dann nach ca. 3 km Lauf in der Mitte von Lobendau in den Sebnitzbach. Hierbei durchfließt er u. a. auch ein breites, Seifen genanntes Tal. Der Name Seifen deutet dabei bereits auf die Goldwäscherei hin. Im Jahr 1472 erwarb der Edelmann Heinrich v. Starschedel von den sächsischen Herzögen das Recht, im Abstand von bis zu einer halben Meile um Neustadt (heute Sachsen) herum Bergbau zu betreiben und Gold zu waschen. In dieses Gebiet fallen auch die Bäche Seifen und Zalwasser in Lobendau und Hilgersdorf. Starschädel konnte die Goldwäscherei allerdings nur bis zum Jahr 1481 betreiben, da in jenem Jahr das Gebiet an die Herren von Schleinitz verkauft wurde. Da die Ausbeute nur gering war, dürften die neuen Herren den Betrieb jedoch eingestellt haben. Seit dem sind über 500 Jahre vergangen. Heute erinnern nur noch zahlreiche Sagen von Goldgrotten und goldspendenden Zwergen in der Gegend des Hohwaldes, des Spitzenberges bei Neudörfel und des Valtenberges an diese Goldfieberzeit. Allerdings künden noch heute zahlreiche, mit Bäumen bestandene Erd- und Sandhalden von diesen bergbaulichen Aktivitäten. Ernst Richter ergänzte die Informationen aufgrund seiner Ortskenntnis noch dahingehend, dass sich diese Hügel auf dem Grund des Bauerngutes Zimmer/Hentschel (Lobendau Nr. 196) befinden. Bei meinen Recherchen zu dieser Geschichte bin ich jüngst auf die Website: Der Bergbau im Hohwald und seiner Umgebung, gestoßen, wo der Autor René Teich auch eine bergbaukundliche Exkursion nach Lobendau schilderte und diese auch bebilderte. Von ihm stammt auch die beiliegende Abbildung, auf der die erwähnten Seifhalden am Lobendauer Seifenbach gut zu erkennen sind.
Nachweis der Abbildung:
https://www.bergbau-im-hohwaldgebiet.de/bergbaugeschichte/lobendava-ehem-lobendau