
Johannesberg – Geschichte und frühe Bewohner.
Beiträge zur Geschichte von Johannesberg sind rar gesät. Auch Josef Fiedler in seiner Heimatkunde Schluckenau und Erhard Marschner in seinem Buch über Groß Schönau äußern sich nur knapp zur Ortsgeschichte. Diese ist jedoch wie jene von Grafenwalde, Kleinschönau und Leopoldsruh eng mit der Auflassung des Schönauer Meierhofes verknüpft. Während Grafenwalde und Kleinschönau aufgrund ihrer frühzeitigen Entstehung schon in den Listen von 1718 auftauchen (siehe Marschner 1988, S. 31), schweigt diese Quelle zu Johannesberg. Schon der Name Johannesberg selbst wird erst spät 1740 erstmals genannt, als auch für diesen Ort ein Grundbuch angelegt wurde. Sowohl in den Kirchenbüchern als auch im Grundbuch wird statt dessen zuvor als ungefähre Ortsangabe der „Hoffe-Busch“ erwähnt. So nannte man in jener Zeit wohl den Wald zwischen Altgrafenwalde, Fürstenwalde und Johannesberg. Darüber hinaus ist offensichtlich der topographische Bezug „im Grafenwald“ nicht nur für die später unter Altgrafenwalde erfassten Grundstücke angewandt worden, sondern auch für die zahlreichen anderen gerade im Entstehen begriffenen Siedlungen auf den „entlegenen Feldern“ des Meierhofes des aufgelassenen Schönauer Vorwerkes.
Mit Hilfe des Johannesberger Grundbuches, das ebenso wie die für diese Frage sehr aussagekräftigen Mannschaftsbücher jener Zeit heute im Kreisarchiv Decin aufbewahrt wird, ist es gelungen, die Entstehung von Johannesberg nachzuvollziehen und anschaulich darzustellen. Wie auch in den anderen neuen Siedlungen überließ der damalige Herr von Hainspach, Graf Wilhelm von Sallm und Reiferscheidt, seinen namentlich genannten, treuen Unterthanen gegen ein bestimmtes Angeld ein Fleckel Acker und Wiese, damit diese für sich und ihre Erben ein Häusel drauf bauen konnten. Kam es später zu einem Weiterverkauf des Grundstücks wurden dann die jeweils nächstgelegenen Nachbarn erwähnt. Aus all diesen Angaben ist es gelungen, eine ziemlich genaue Abfolge der Grundstücksverkäufe zu ermitteln und damit die frühe Geschichte von Johannesberg zu rekonstruieren.
Die Grundstücksverkäufe begannen im Jahr 1726 und liefen mit entsprechenden Unterbrechungen bis 1788; sie endeten schließlich 1798, dem Jahr, in dem das etwas abgelegene herrschaftliche Forsthaus Nr. 26 errichtet wurde, in dem in der Folgezeit der Revierjäger lebte.
Gemäß der Enstehung der Häuser kann man den Ort räumlich in drei Bereiche einteilen. Ältester Bereich waren die Häuser Nr. 1-7 und 9; diese Häuser entstanden innerhalb von drei Jahren zwischen 1726 und 1728. Es schließen sich die Häuser Nr. 10-16 an, die zwischen 1730 und 1731 entstanden. Dann ist eine zeitliche Unterbrechnung festzustellen, ehe man auf die südliche Straßenseite wechselte. Das älteste Haus auf dieser Seite ist die 1738 gebaute Nr. 25. Es folgten die Häuser Nr. 22-24, die alle 1749 errichtet wurden. Dann stockte die weitere Entwicklung und es wurden nur noch wenige neue Häuser gebaut: zunächst im Jahr 1753 die Nr. 20, dann in den Jahren 1767/1768 die Nr. 19 und Nr. 21. Haus Nr. 8 wurde quasi als Lückenbebauung an der Straße im Jahr 1788 errichtet, ebenso wie am östlichen Ortsausgang die Nr. 17 und etwas außerhalb der geschlossenen Ortschaft die Nr. 18. Letztes Haus war dann das abseits gelegene herrschaftliche Forsthaus Nr. 26, das 1798 erstmalig erwähnt wird.
In einigen Fällen konnte die Herkunft der ersten Siedler von Johannesberg ermittelt werden. Wie zu erwarten, kamen diese aus den umliegenden Siedlungen, hauptsächlich aus Nixdorf, Schönau, aber auch aus Niedereinsiedel. Nicht auszuschließen ist auch, dass einige quasi bereits zweite Generation waren, da die Eltern aus Grafenwalde, Kleinschönau oder weiteren Schönauer Ortsteilen kamen, wo diese selbst wenige Jahre zuvor „Neusiedler“ waren. Meist blieb die Herkunft jedoch im Unklaren, da in den Kaufverträgen oft nur von „meinem getreuen Unterthan“ gesprochen wurde, ohne anzugeben, woher dieser kam.

Ortsplan von Johannisberg, Stand 1945, A B C: die drei zeitlich aufeinander folgenden Siedlungsbereiche sind durch unterschiedlich gefärbte Linien gekennzeichnet.