Elias Frentzel – Warum der Hund meines Vorfahren dem Nachbarn Andreas Grohmann das Weihnachtsfest verdorben hat.
Elias Frentzel, mein Vorfahre mit der AZ 1166, war im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts in Schönau in Nordböhmen ein geachteter und wichtiger Mann. Zum einen war er Gerichtsschöppe, also einer der wenigen Personen, die z. B. in Kaufverträgen vor den Gerichten als Zeuge (Schöppe) fungierten. Zudem war er „Kirchvater“. Und er war Bäcker. Schon sein Vater Heinrich war Bäcker und wird im Urbar von 1668 als solcher erwähnt.
Elias Frentzel wurde ca. 1655 geboren, er heiratete 1679 die Eva Liebisch. Gemeinsam hatten sie 5 Kinder, wobei keins von ihnen das väterliche Handwerk fortführte. Irgendwo in Niederschönau wird die Familie gewohnt haben; genaueres wissen wir nicht. Gestorben ist Elias Frentzel 1713 mit 58 Jahren.
1688 war kein gutes Jahr für Elias Frentzel, denn Elias mußte vor‘s Gericht. In der überlieferten Gerichtsakte lesen wir, was geschehen war:
Den 19. Februar Ao 1688 ist Gerichten Schönau in bey seyn nachgesetzter Schöffen verglichen worden: Elias Frentzel Becker und Andreas Grohme beide Nachbarn und Zwar …. weillen des Frentzels sein Hündl ihm Grohme seine Ganß gebiessen und selbst hernach aufn anderen morgen gestorben, alß hats der Grohme ihm Elias Frentzel in bey sein vieler Leuth in gerichten alhier betheuert, er w/solte ihm oder aber an seinen Vieche Schaden …., so er denn auch bey gerichten, … so gleich anders nicht sollte überzeugen lassen. Endtlich gestehen müssen, daher denn gedachter Andreas Grohme dem Elias Frentzel versprochen müssen …..
Hier breche ich die mühsame Transkription des Textes ab. Ganz offensichtlich war 1688 auch für die Gans kein Gutes Jahr gewesen. Ob bei Familie Grohmann Weihnachten dennoch in gewohnter Tradition gefeiert werden konnte, wissen wir natürlich nicht. Offenbar haben sich die beiden Streithähne geeinigt und das Ganze wurden abschließend vom Richter, zwei Bürgen und den zwei Gerichtsschöppen bestätigt.
Was die beiden streitenden Nachbarn nicht wissen konnten und was der Sache einen versöhnlichen Abschluß gibt, ist der Umstand, dass auch Andreas Grohmann mein Vorfahre wurde und die AZ 1182 hat. Ihre beiden Ururenkelkinder haben schließlich geheiratet. Das ist jenes Ehepaar, deren Grabstein heute noch am Kirchturm von Groß Schönau die Zeiten überdauert hat.

Bemerkungen zum Grabstein der Ururenkelkinder der beiden Streithähne
Nach der Eröffnung des neuen und sich außerhalb des Ortes befindlichen Gemeindefriedhofes von (Groß) Schönau/Nordböhmen im Jahr 1870 wurde u. a. auch der Grabstein von Franz Josef und Thekla Hille transloziert und in die Nordwand des Kirchturms eingefügt. 2012 habe ich den damaligen Zustand des Grabsteins durch eine Foto-Aufnahme dokumentiert (Abb. 2). Vor einigen Jahren wurde der Grabstein restauriert, dabei jedoch der Nachname der Ehefrau „Frind“ wohl wegen Unkenntnis der genealogischen Zusammenhänge verunstaltet (jetzt falsch: Früde). Der gegenwärtige Zustand ist auf der Seite des Grabsteinprojektes dokumentiert.

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Hier ruhen im Herrn
Franz Joseph Hille
Bandfabrikant und
Schulaufseher allhier N. 114
geboren den 23. Dez. 1780
gestorben den 2. April. 1852
und
seine Gattin Thekla geb. Frind
geboren den 19. Juni 1782
gestorben den 20. Juni 1861
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Der Herr verleihe Ihnen eine glor-
reiche Auferstehung
| Grabstein der Eheleute Franz-Josef und Thekla Hille aus Schönau in Nordböhmen, Aufnahme 2012 |
https://grabsteine.genealogy.net/tomb.php?cem=4924&tomb=18&b=&lang=de

Grundbuch I von Schönau (Velky senov), S. 38 (Archiv Decin)