Winterlandschaft mit Kutsche und zwei Pferden, F. Heine 1970.
Klemens Graser aus Hainspach zum Gedächtnis.
Die Kunstmalerin Frieda Heine wurde am 02.043.1904 in Schönau als Frieda Maria Riedel geboren. Ihre Mutter Mathilde Riedel lebte zu jener Zeit als ledige Dienstmagd bei Familie Hille in Schönau Nr. 55. Das war eine kleine Gartennahrung, heute würden wir sagen, Gartenbetrieb, gelegen zwischen den Bauern Franz-Bauer Nr. 49 und Lauermann Nr. 62.
1921 lebte Frieda mit ihren Eltern Stefan Hille und Mathilde Riedel in Schönau Nr. 356. Stefan Hille war Töppermeister und stellte u.a. Öfen her. Die Nr. 356 war später die Wirkungsstätte des Bandwarenerzeuger Johann Marschner „Band’l-Marschner“.
Schon in früher Kindheit kam ihr künstlerisches Talent zum Vorschein. Die allgemeinen politischen Umstände nach 1918, dem Zusammenbruch der habsburgischen Monarchie, verhinderten den ursprünglichen Plan ihres Vaters, Frieda auf eine höhere Schule zu schicken. Allerdings wurden die heimischen Kunstmaler Josef Franze aus Hainspach und dann auch Rudolf Otto aus Schönau auf Frieda aufmerksam und erteilten ihr den ersten Unterricht. Der Plan des Vaters, Frieda auf die Dresdener Kunstschule zu schicken, scheiterte. Statt dessen besuchte sie die Fachschule für Glasmalerei in Haida. Nach Abschluß der Ausbildung, zu der nicht nur künstlerisches Zeichnen und Malen sondern auch die Technik des Holzschnittes gehörten, mußte sie zunächst in Schönau den Vater im elterlichen Betrieb (Gastwirtschaft, Töpferei und Landwirtschaft) unterstützen.
Erst nach ihrer Hochzeit am 22.10.1928 mit dem Prokuristen Johann Heine aus Hainspach Nr. 5 ergab sich für sie die Möglichkeit, ganz für ihre Kunst da zu sein. Sie malte nun wieder, vor allem Landschaften, Tiermotive, besonders Pferde, sowohl in Öl als auch in Kreide. Sie schuf jedoch auch meisterlich Theaterkulissen und -hintergrundbilder und restaurierte z. B. das Altarbild im Hainspacher Kloster.
Frieda Heine lebte bis zur Verteibung am 03. Oktober 1946 in Hainspach Nr. 5, dem Haus der Schwiegereltern. In Obernburg am Main fand ihr Ehemann Harry Heine nach Krieg und Vertreibung wieder Arbeit. Das Paar lebte im Stadtteil Eisenbach in der Erlestraße 10, blieb jedoch kinderlos.
Zu Ihrem 80. Geburtstag am 02.03.1984 erschien in Unser Niederland Folge 412 ein von Erhard Marschner verfasster ausführlicher und schön bebilderter Geburtstagsgruß, in dem er über das vielfältige künstlerische Leben von Frieda Heine berichtete und sie dabei auch selbst zu Worte kommen ließ. Auch im hohen Alter habe sie noch Bilder gemalt, wobei fast immer belebte Landschaftsmotive und speziell Pferde im Mittelpunkt standen. In der Eisenbacher Kulturhalle hing seinerzeit sogar ein Gemälde von Frieda Heine: „Erntemotiv von der Knechtsmühle“. In zwei weiteren Jahrgängen von Unser Niederland wird jeweils ihres Geburtstages gedacht. Gemäß Mitteilung in Heft 457 von Unser Niederland ist Frieda Heine am 19.10.1987 im Alter von 83 Jahren in Obernburg-Eisenbach verstorben.
Fast alle mir vorliegenden Kopien ihrer Werke sind schwarz-weiß, so dass ihre ursprüngliche Farbigkeit nur schwer darzustellen ist. Allein ein Gemälde von ihr aus dem Jahr 1970 kann ich in Farbe wiedergeben (Slg. Fabian).

Frieda Heine 1904-1987





alle SW-Bilder Slg Liebisch, Halle
