
Alois Klinger (1856-1944)
Im Unser Niederland, Folge 859, hatte ich eine Suchanzeige zur Identifizierung eines Hauses gestartet, das auf einem alten Bild neben dem Schönauer Kreuzberg zu sehen war (siehe Beitragsbild). Inzwischen kann man mit einiger Sicherheit sagen, dass es sich bei diesem Gebäude um die „Bude“ des Raketen-Klingers handelte. Alte Schönauer werden sich vielleicht noch an die Erzählungen um den „Rachetel-Klinger“ erinnern können. Um ihn nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen, möchte ich heute an dieser Stelle an ihn erinnern und zitiere dazu zunächst aus einer Materialsammlung zu Groß Schönau von Hans Liebisch (Bandel-Lieb‘sch).
„Alois Klinger war ein bescheidener, ehrsamer und geachtete Bürger von Schönau. Außer einer kleinen Landwirtschaft befasste er sich mehr aus Liebhaberei mit pyrotechnischen Arbeiten und entwickelte damit im Laufe der Jahre solche Fähigkeiten, dass er die sogenannten „Brillantfeuerwerke“, die am Ende größerer Feste, besonders der Schützenfest, abgebrant wurden, entwickelte und entzündete. Seine Leistungen auf diesem Gebiete steigerten sich von Jahr zu Jahr und immer wieder wurden neue Ideen entwickelt. Seine Werkstatt war außerhalb des Ortes am Kreuzberg aufgestellt. Dort ereignete sich eines Tages (1934 ?) eine gewaltige Explosion, die das Dach abriß und auch die Bude auseinander trieb und bei welcher er sein Gehör verlor. Trotzdem arbeitete er – aus diesem Grunde im Volksmund Rachetel-Klinger genannt – in seinem Fache weiter zur Freude der Schönauer Bevölkerung, aber auch im weiten Umkreis, wo er seine Feuerwerke losließ.“
Ich darf diese Ausführungen um einige Biographische Angaben ergänzen. Alois Klinger lebte in Groß Schönau Nr. 21. Dort wurde er am 31.08.1856 als Kind von Jakob Klinger, einem Bandweber, und seiner Gattin Theresia, geb. Hille, geboren. Seine Gattin Agnes stammte aus Lobendau Nr. 71, einer kleinen Gartennahrung, wo sie am 06.03.1863 als Tochter von Anton Kittel und seiner Frau Agnes geboren worden war. Das einzige Kind, die Tochter Filomene, wurde am 15.06.1895 geboren und später die Gattin des aus Gablonz stammenden Sprachenlehrers Josef Jäckl, welche wiederum die Eltern des Redemptoristenpaters Josef Jäckl wurden.
Alois Klinger und seine Frau haben im Übrigen „die Welt gesehen“. Man erzählt sich, dass sie auf Pilgerfahrt in Jerusalem waren. Alois Klinger starb am 05.05.1944 in Schönau Nr. 21 im hohen Alter von fast 88 Jahren, seine Frau nur wenige Jahre später noch in der alten Heimat.

Leider sind nicht alle Personen namentlich bekannt. Ich konnte ermitteln:
vorne in der Mitte: Racheten-Klinger und Frau
3 v. l o Filomena
2 v l o Herr Jäckel
2/1 l u ein Jäckelgesicht
4. re unten Anna Töppel
li Pietschmann Maria (b. Katechet Jäckel)

Der Katechet Josef Jäckel mit Mutter Philomena und Neffen
