
Ortsplan von Sörgsdorf im Bezirk Freiwaldau
Beiträge zur Ortsgeschichte
Sörgsdorf liegt am Fuße des gegen preußisch Schlesien prall abfallenden Hochgebirges, eine halbe Meile südöstlich vom Amtsorte Johannisberg, und hat 98 größtentheils steinerne Häuser, eine Kirche, Kaplanswohnung, Schule, eine Mehlmühle und eine rittermäßige Schultisei, welcher 27 Häuser unterthänig sind. Mitten durch das Dorf, welches von einem Bache bewässert wird, geht die Kommerzial- Straße von Johannisberg nach Friedeberg, und reihet sich nördlich dem Dörfchen Niederforst Priebner Leute an. Seine 682 Einwohner sind arbeitsam, und ernähren sich größtentheils vom Ackerbau, wozu ihr Boden sehr günstig ist. Nebstbei sind hier noch 6 Töpfer, welche ein gutes Geschirr verfertigen, und es vielseitig absetzen. Den Thon dazu finden sie unter dem Dorfe, an der Kommerzial-Straße. Die Seelsorge führt ein Ortskaplan mit einem Hilfspriester, den Schulunterricht ein Ortslehrer und das Gemeindewesen ein Ortsgericht mit einem Schulzen. Die Kirche und Lokalie dieses Dorfes wurden im Jahre 1801 von der verwitweten Schulzin Katharina Freund, geborene Göbel, erbaut und fundirt. (von Faustin Ens).
Aus Wapedia
Die erste urkundliche Erwähnung von Serksdorf erfolgte im Jahre 1290 als Besitz der Herrschaft Johannesberg. 1372 wurde um einen Hof das Dorf Nieder Forst angelegt. Ein Teil des Hofes wurde 1557 an Siedler aufgeteilt, die neue Ansiedlung wurde nach dem Gründer und Hofbesitzer Priebner als Priebnerleute bezeichnet. Den nördlich gelegenen Forst erwarb das Bistum Breslau und ließ die Siedlung Ober Forst gründen, östlich davon wurde 1569 die Ansiedlung Dreschgärtner gegründet. Der Hof Ober Forst wurde vom Johannesberger Schlosshauptmann Johann Tümling 1669 errichtet und später zum Rittergut erhoben. Eine weitere Gründung war in dieser Zeit Stillstand. Um dieses Dorf entstand ein Streit zwischen dem Bistum und den Herren von Maltitz auf Wildschütz, in Folge dessen dem Bistum der weitere Ausbau untersagt wurde.
1836 hatte Sörgsdorf 682 Einwohner und bestand aus 98 Häusern. In den 15 Häusern von Ober Forst leben 174 Menschen. Stillstand bestand aus 12 Häusern mit 71 Bewohnern. In Priebnerleute bestanden 36 Häuser mit 133 Bewohnern und in Dreschgärtner lebten die 121 Einwohner in 15 Häusern. Beim Sörgsdorfer Schulzendorf wurde Ton und Lehm abgebaut.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Sörgsdorf ab 1850 mit den Ortsteilen Ober Forst, Stillstand und Nieder Forst (mit Dreschgärtner und Priebnerleute) eine Gemeinde im Bezirk Freiwaldau. In Ober Forst entstand 1855 eine Hütte zur Verarbeitung des Arseneisenerzes der Jauerniger Bergwerke. 1859 nahm die Lignitgrube „Friedrich“ den Betrieb auf. 1930 hatte die Gemeinde Sörgsdorf 1087 Einwohner. Nach dem Münchner Abkommen wurde Sörgsdorf dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte von 1939 bis 1945 zum Landkreis Freiwaldau. Die Einwohnerzahl im Jahre 1939 betrug 1078. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Serksdorf und die Vertreibung der deutschen Bewohner. Im Jahre 1948 wurde der Ortsname in Uhelná geändert.




Familien Wagner und Meyer in Sörgsdorf
Aufgrund eines Hinweises eines Mitforschers konnte der als Herkunftsort von Juliane Kunisch (siehe Beitrag Familie Kunisch aus Lobedau) lang gesuchte Ortsname Siergsdorf inzwischen als Sörgsdorf b. Jauernik im Gebiet Freiwaldau identifiziert werden.
Hier wurde Juliane am 04.05.1768 als Tochter des Bierbräuers und Kretschmer (Gastwirt) Ignaz Wagner und der Rosalia, geb. Meyer, geboren. Ignaz stammte aus Ullersdorf, Grafschaft Glatz, und war ein Sohn des Feldgärtners Casper Wagner. Seine erste Ehe schloß er bereits am 06.02.1747 mit Elisabeth, einer Tochter v. Jona Schreiber, Bauers in Wiltschütz, einem weiteren kleinen Ort b. Jauernik. Aus dieser Ehe stammten 4 Kinder. Der Witwer Ignaz Wagner heiratete am 21.04.1765 ein zweites Mal. Seine Frau Rosalia war die Tochter von Caspar Meyer, einem Häusler in Sörgsdorf. Leider ist ihre Geburt bislang nicht nachweisbar. Sie hatte wohl mehrere Geschwister, darunter den Josef, welcher kurz zuvor ebenfalls heiratete. Ignaz Wagner war 1769 zudem Trauzeuge bei der Eheschließung von Joseph Meyer, vermutlich ebenfalls eines weiteren Verwandten. Ebenso war Joseph Meyer, der auch Kretschmer in Sörgsdorf war, Trauzeuge bei Ignaz Wagner.
Obwohl Meyer sicher kein sehr seltener Name ist, tauchte er in den Kirchenbüchern nur selten auf. Jedoch ist es bislang nicht gelungen, die Verwandtschaft zwischen den Familien eindeutig nachzuweisen, da nur wenige Eheschließungen erfasst werden konnten.
Aus der zweiten Ehe von Ignaz Wagner ist nur die eine Geburt der Tochter Juliane überliefert.

Ignaz Wagner besaß ein Sörgsdorf ine Gartennahrung Nr. 28 (siehe Mitte Ortsplan aus https://ags.cuzk.cz/archiv/)
Familie Wagner in Ullersdorf
Vater des Kaspar Wagner war Hans Wagner, ebenfalls ein Feldgärtner in Ullersdorf. Kaspar heiratete am 27.11.1708 die Witwe Maria nach dem verstorbenen Scholzen Michael Pfitzner. Aus ihrer ersten Ehe stammte ein Kind: Michael, welches am 17.12.1706 geboren worden war. Da war der Ehemann bereits verstorben (+ 11.12.1706).
Aus der Ehe von Maria mit Kaspar Wagner stammen 10 Kinder, darunter der am 16.02.1719 geborene Ignaz, das letzte Kind wurde 1726 geboren. Aus den Geburtseintragungen weiß man, dass Maria eine geborene Förster war. Deren Herkunft und alle weiteren Angaben sind bislang unbekannt. (Info von Christoph Fitzek),
Familie Meyer in Sörgsdorf
Johann Caspar Meyer, Hausgenoß, ab 1749 Hausmann, ab 1765 Ziegelstreicher in Dorf Jauernick – Eheschließung mit Anna Barbara
Kinder aus dieser Ehe:
- Johann Caspar Gotfried; * 29.05.1747 (195/3293)
- Hedwig Theresia; * 06.10.1749 (212)
- Anton Ingatius Johann; * 10.06.1753 (246)
- Anna Johanna; * 10.06.1753 (246)
- Johann Caspar; * 09.05.1756 (283)
- Johann Franz Ingatius; * 25.03.1758 (309)
- Anna Maria Thekla; * 20.12.1760 (336/3293)
- Maria Barbara; * 05.02.1765 P. Lorentz Wagner (22/3294)
- Johann Caspar; * 09.05.1766 (30/3294)
- Josef

Sörgsdorf – Bäckerei und Kretschmer
Über die Gemeinde Sörgsdorf ist 1984 ist Josef Giersig ein Buch erschienen:

