Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Hille & Hampel in Schönau und Hainspach

Im Jahr 1844 stieg Johann, der Sohn von Ambros Hille, nach Beendigung seines Jurastudiums in die Firma seines Vaters ein. Danach und mit dem Einsteig von Emanuel Hampel, seinem Schwager, ist ein bemerkenswerter Aufstieg der Firma zu verzeichnen. Im Jahr 1854 wurde Emanuel Hampel Geschäftsbevollmächtigter beim Schwiegervater Ambros Hille. 1852 wurde die Baugenehmigung für den Fabrikneubau Nr. 343 erteilt. Das Datum für den Neubau Nr. 352 ist nicht genau bekannt; auf dem Bild von ca. 1858 ist er jedoch schon sichtbar.


Gebäudekomplex der Fa. Hille & Hampel in Schönau um 1858; Der Gedenkstein für Bischof Hille, der im Jahr 1865 von seinem Neffen Johann Hille errichtet wurde, fehlt noch. Bildbeschreibung unter Beitrag Farbbilder zu Fa. Hille & Hampel.

Die Firma hieß nun „k.k. landesbef. Fabrik zur Erzeugung von Leinen-, Schaf- und Baumwollbandwaren von Hille & Hampel in Schönau b. Schluckenau“.

Aus dem Jahr 1848 liegt ein Katasterplan von Schönau vor, auf dem in diesem Gebiet die Planung von 2 Neubauten zu erkennen sind, die späteren Nr. 343 und 54, wobei das erstere im Jahr 1852 und das zweite im Jahr 1870 errichtet wurde, nachdem Emanuel Hampel das Grundstück ein Jahr zuvor erworben hatte.

Die Betriebserweiterung in Hainspach

Werbeblatt der Fa. Hille & Hamnpel bevor das Anwesen Hainspach 123, Die Ziegelmühle, erworben wurde.

Im Jahr 1862 wurde die Firma durch eine Niederlassung in Hainspach erweitert. In den Jahren 1868 und 1875 erfolgten in Hainspach Um- und Neubauten.

Hainspach Nr. 123 Die Ziegelmühle, aus Fiedlers Heimatkunde 1896

Dies betraf zum einen den Komplex Hainspach Nr. 123; dabei handelte es sich um die Ziegelmühle, welche über ein oberschlächtiges Wasserrad von 2 m Durchmesser sowie 30 cm Stärke verfügte; aber auch eine Dampfmaschine hatte. Weit sichtbar war der aus Ziegel bestehende hohe Schornstein. Des Weiteren wurde ein Neubau errichtet: Hainspach Nr. 407/408. In der „Ziegelmühle“ wohnte der Fabrikant Clemens Hille mit seiner Familie. Sein Bruder Johann Hille wohnte mit seiner Familie dagegen in der Nr. 7/8. Mit dieser Doppelnummer scheint der Gebäudekomplex Nr. 407/408 gemeint zu sein.

Gebäudekomplex Hainspach Nr. 407 / 408, Wohnhaus und Produktionsstätte der Fa. Hille & Hampel (aus Fidlers Heimatkunde 1896)

Hainspach 407, Wohnhaus von Johann Hille und Produktionsstätte der Fa. Hille & Hampel

1873 beteiligte sich die Firma an der Weltausstellung in Wien.

Für das Jahr 1874 wird berichtet, dass die Fa. Hille & Hampel in Schönau „Hosenträger exportiert meist billiger Sorten, die aber verhältnismäßig gut gearbeitet sind“.

Auf einer Visitenkarte von 1878 ist die Hainspacher Ziegelmühle als weiterer Gebäudekomplex der Firma mit abgebildet.

1880 zählte die Fa. Hille & Hampel zu den ältesten und größten mechanischen Bandfabriken in Schönau.

In Hainspach wurden um 1880 auch Gummibandwaren hergestellt. Daneben wurden aber auch Hornknöpfe für Jagd- und Trachtgewänder sowie Hosenschnallen erzeugt.

1901 wird die Fa. Hille & Hampel in der Karte der „Baumwollindustrie Österreichs“ aufgeführt.

1907 wird in einem Handbuch von Dr. F. Hentschel erwähnt: Band-, Gummiband- und Hosenträgerfabrik Hille & Hampel.

Im gleichen Jahr erhält die Ziegelmühle in Hainspach eine neue Dampfmaschine. Das Ereignis wurde in Photos festgehalten.

Briefbogenkopf 1878, abgebildet wurden alle damaligen Fabrik- und Wohngebäude der Familie und der Fa. Hille & Hampel

Bändermuster von 1878 im Schönauer Turmknopf

Visitenkarte der Fa. Hille & Hampel