Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Aus dem Leben meines Urgroßvaters Bernard Strobach 1872 – 1929

Bernard Strobach jn. war der älteste Sohn von Bernard Strobach sn. (1836-1900) und wurde am 02.01.1872 in Schönau Nr. 116 geboren. Sein jüngerer Bruder war Josef, der Grünzeug-Strobach (1874-1915). Zudem hatte er zwei ältere Schwestern Amalia Hampel und Maria Lissner. Bernard Strobach erlernte in Nixdorf den Beruf eines Messerschmiedes. Schon bei der Lehre lernte er den Fabrikanten Franz-Josef Frenzel, den späteren „Messer-Frenzel“ kennen. Als dieser 1893 in Leopoldsruh die Messerfabrik Frenzel gründete, war Bernard der „erste Arbeiter“. Er wurde Werkführer bzw. Betriebsleiter. Er hatte die Arbeiter zu kontrollieren und war verantwortlich für die Ausgabe der Heimarbeit. Bernard heiratete am 30.10.1899 in Schönau die Maria Marschner, Tochter von Josef Marschner, dem Marschner- Schuster aus Schönau Nr. 9. Die junge Familie lebte zunächst im Schwiegerelterlichen Haus, hier kamen 1900 der Sohn Josef und 1901 die Tochter Marie 1901 zur Welt. Um 1904 bezog Bernard Strobach das Haus Nr. 415 in der Schützenhausstraße. Hier wurde 1910 der jüngere Sohn Rudolf geboren.

Bernard Strobach war im Werkmeisterverein, 1927 ist er für die Christlich-Sozialen in den Gemeindevertretung gewählt worden. 1928 fanden Ergänzungswahlen für den Sparkassenausschuß statt, u. a. wurde auch der Fabriksbeamte Bernard Strobach aus Nr. 415 als Mitglied benannt.

Josef, sein ältster Sohn, war gelernter Weber und arbeitete als Krankenkontrolleur. Dessen Frau Hilde stammte aus Hainspach. Sie führte eine Blumenproduktion, die in der Göbel-Mühle, Schönau Nr. 186, eingerichtet war. Sie hatten eine Tochter Hildegard. Die Familie wohnte ebenfalls in Nr. 415, später in Böblingen.

Der jüngere Sohn, Rudolf, arbeitete bei Messer-Frenzel als Schlosser. Seine Frau war Mia.

Die Söhne Josef und Rudolf Strobach starben beide 1944.

Maria, die einzige Tochter von Bernard und Marie Strobach, war unsere Großmutter und heiratete am 27.10.1927 den Schlosser Johann Hille aus Schönau Nr. 6, unseren Großvater. Auf dem Hochzeitsbild ist die gesamte damalige Verwandtschaft der beiden Familien zu sehen.

Bernard Strobach starb am 07.04.1929 an Carcinoma ventriculi, zu Deutsch Magenkarzinom, eine bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut. Beerdigt wurde er auf dem neuen schönau Kirchfriedhof. Mein Vater zeigte mir noch die Grabstelle. Inzwischen ist sie eingeebnet.

Meine Schwester berichtete von unserer Großmutter, dass sie sehr ehrfürchtig über ihren Vater redete. „Mein Vater war gut und stark.“ und „Er hatte sich so sehr gewünscht, dass er den kleinen Jungen (unseren Vater) mal ausfahren werde.“ Als Bernard starb, was unser Vater erst ein 3/4 Jahr alt. Den Namen seines Großvaters Bernard bekam er als zweiten Vornamen.

Bernard Strobach II Jugendbild

Bernard Strobach II, Altersbild

Trauung von Bernard Strobach und Marie Marschner am 30.10.1899 in Schönau

Bernhard und Marie Strobach bei der Hochzeit ihrer Tochter Marie mit Johann Hille am 15.10.1927

Schönau 415, Wohnhaus der Familie Strobach, Schützenhausstraße, um 1950