Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Schönau Nr. 94 – Der Botzenbauer

Schönau Nr. 94 – Der Botzenbauer – (Slg. A. Protze).

Groß Schönau Nr. 94 Botzenbauer B 13

Der Hof Nr. 94 führte vulgo den Namen Botzenbauer. Linker Nachbar war der Bauer B12 Botzen-Hofmann (Nr. 88), rechter Nachbar war Bauer B14 Schuster-Bäcken (Nr. 99).

Früheste bekannte Besitzer ist die Familie Möller, 1654 in der Liste mit Paul Möller erstmals erwähnt. Am 27.03.1657 wird dem Paul Möller Öber ein Sohn Zacharias geboren und getauft (17). 1668 ist Paul Möller Besitzer des Hofes B13.

Zu dieser Zeit bewirtschaftet eine Familie Heyne die Gartennahrung Nr. 1. Caspar Heyne bekommt ab 1657 ca. 11 Kinder. Er ist vermutlich der Sohn von Thomas Heyne, der bereits 1654 als Besitzer dieses Grundstückes genannt wird. Ob seine zweite Frau Eva (Trauung war 1672) eine Tochter von Paul Möller ist, kann nur vermutet werden.

Die Gartennahrung Nr. 1 ist vermutlich mit dem ehemaligen Gärtner Nr. 21 zu identifizieren. Der Hinweis, dass Caspar Heyne zugleich Erbdrescher des Vorwerkes Schönau sei (1668), läßt vermuten, dass auch dort die Familie ansässig war.

Spätesten ab 1677 ist Caspar Heine Bauer auf B13 / Nr. 94 (Urbar).

In den Kirchenbüchern wird Caspar Heyne ab 1701 als Bauer in Schönau genannt, bald darauf auch Gerichtschöppe

Seine Tochter Eva hatte 1699 den Christoph Marschner geheiratet, Sohn eines Ober Häuslers in Schönau. Christoph Marschner ist weiterhin Ober-Häusler in Schönau, wird dann ab 1715 in den Kirchenbüchern Ober-Bauer genannt,

Caspar Heyne, „Bauer über 40 Jahre“ starb am 24.04.1718 im 97. Lebensjahr (281). Sein Titel Gerichtsschöppe ging auf seinen Schwiegersohn Paul Hille, Bauer in B14 / Nr. 99 über.

Zacharias Heyne „alter Bauer“ starb 1702 mit 69 Jahren (252).

Die Familie Marschner bewirtschaftete den Hof bis Mitte des 19. Jahrhunderts.

1736 Hans Georg Marschner kauft das 4-rüthige Bauerngut von seinem Vater Christoph Marschner, erwähnt werden die Brüder Christoph in Kleinschönau und Baltzer und die Stiefmutter Elisabeth Pettersch. 1769 kauft Johann Christoph Marschner seines Vaters Hans Georg Marschner Bauerngut. 1801 verkauft Jacob Marschner einen Teil der Flur an Joseph Hesse, Garnsammler und Leinwebermeister aus Kaiserswalde.

Am 08.10.1839 heiratete die Erbtochter Veronika Marschner, Tochter von Jakob Marschner, den Adalbert Hampel, Sohn eines Bleichers aus Leopoldsruh 24. Adalbert ist seitdem Bauer in Schönau 94. Veronika starb jedoch bereits zwei Jahre später. Adalbert Hampel heiratete 1841 erneut, Magdalena Lissner war eine Bauerstochter aus Nixdorf 53. Sein Sohn Adalbert (geb. 1848) übernimmt den Hof und stirbt am 14.01.1910 als lediger Ökonom in Schönau 94.

Bauer Hentschel aus Nr. 108 „Saln-Hons“ erwarb die Landwirtschaft um 1911/1912 für den Sohn Johann. Dessen Frau war Veronika, Tochter von Vinzenz Hille aus Hemmehübel 36. Johann Hentschel, geb. 25.12.1870 in Schönau, Sohn v. Franz Hentschel, Bauer in Schönau 108 und der Apollonia Hille aus Schönau 108, verh. am 23.01.1912. Johann Hentschel starb am 06.03.1915 im Krankenhaus Trautenau wohl infolge von WK 1 an einer Lungen- und Rippenfellentzündung (25).

Der Neffe Josef Hille aus Hemmehübel lebte ab 1917 auf dem Hof. 1938 erwarb er den bis dahin gepachteten Hof von Veronika Hentschel.

Auszug aus der Karte von ca. 1846. Bauerngehöft Nr. 94 mit zwei Gebäuden und einem Teich. [https://ags.cuzk.cz/archiv/]

Zur Flur:

Zum Jahr 1941 gibt es eine Aufstellung der Fluren mit Angaben zur Größe und zur Nutzung: 9,2 ha Acker; 5 ha Wald, 4,4 ha Wiese; die ursprüngliche Größe muß um einiges Größer gewesen sein.

An einem Wäldchen am Botzenstaig, der die Flur durchschnitt, gab es ein Herz-Jesus-Bild.

Am 26.05.1926 heirateten Josef Hille und Pauline Salm

Die Hochzeitsgesellschaft versammelte sich vor dem Bauernhaus Schönau Nr. 94.