
Türsturz zum Haus Schönau Nr. 133. Das Haus ist inzwischen längst abgerissen (Slg. Köhler, Nienburg).
Das Grundstück Schönau Nr. 133 ist vor allem dadurch hervorgehoben, als dass es das Nachfolgegrundstück zum Schönauer Burgwall ist. Das Schloß bzw. die Burg wurde im Jahr 1429 im Zuge der Husittenkriege zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Gebäude verfielen. Für 1668 ist überliefert, dass Steine von der Burg für den Aufbau des Hainspacher Schlosses Verwendung fanden. Die Stelle blieb wohl bis ins 18. Jahrhundert wüst. Erst dann beginnen die Informationen aus den Grundbüchern und den Mannschaftsbüchern zu fließen. Eine wichtige Quelle zur Grundstücksgeschichte sind die Informationen, die uns in der sog. Liehrchronik überliefert wurden.
https://pages.hille-family.org/2024/05/30/liehr-chronik/
Bis zur Umschreibung von Teilen von Leopoldsruh nach Groß Schönau führte dieses Grundstück die Nr. 8 (zur Unterscheidung der späteren Hausnummern habe ich diese Ziffern stets durch ein H ergänzt, hier also H8)
Daten aus den Grund- und Mannschaftsbüchern zur Liegenschaft
1736 GB Zacharias Hesse, Waldbereiter, übernimmt die obrigkeitliche Försterei samt Ringelteich
1751 MB Zacharias Hesse, Waldbereiter 1706
1754 MB Zacharias Hesse, Waldbereiter 1706
1757 MB Zacharias Hesse H8
1763 GB Johann Christoph Lißner, Handelsman aus Nixdorf, kauft seines Schwiegersohnes Zacharias Johann Georg Hesse hinterlassenes Wohnhaus samt sogenanntem Ringelteich, an Johann Frantz Lißner sowie auch Johann Michael Pauls Grund Nr. 131 angrenzend.
1764 MB A. M. Zacharias Hessin 1720 / Degelmayer H8 (früher H13)
1767 MB Zach. Lißner aus Nixdorf Haus (ohne Bewohner) H8
1770 MB #, sowie Familie Seydel
1773 GB + Johann Christoph Lißner
1773 GB Franz Josef Lißner und David Endler nehmen an des + Johann Christoph Lißner hinterlassene Wohnhaus samt dazugehörig anstoßenden sogenannten Ringelteich, welches alles zusammen ungefähr 4 Teich … besaget,
1773 GB Zacharias Rößler kauft von den Erben v. Lißner das Auhaus samt Ringelteich
1775 MB Zacharias Rößler reist 1716 Nr. 133
1779 MB Zacharias Rösler reist, 1717 Nr. 133
1787 GB Dominik Rösler kauft vom Vater Zacharias Rößler samt Ringelteich
1789 MB Dominik (1762) und Zacharias Rösler (1716)
1796 MB Dominik (1762) und Zacharias Rösler (1716)
1806 MB Dominik Rößler 1760
1848 verkaufte Augustin Pietschmann das Haus an den aus Leopoldsruh Nr. 15 stammenden Johann Langer.
Geschichte Familie Rämisch

Zwischen Juni 1879 und März 1882 kaufte Johann Nepomuk Rämisch (1850-1908) mit seiner Frau Magdalena, geb. Engelmann, (1852-1916) das Grundstück Schönau Nr. 133 von der Witwe des Tischlermeisters Johann Langer. Johann Rämisch war ebenfalls Tischler, er stellte Kisten und Särge her, zunächst in Schönau Nr. 63 und dann in Leopoldsruh Nr. 38; er baute ein Fuhrunternehmen auf und betrieb einen Kohlenhandel. Sein Vater Johann Jakob Rämisch (1811-1856) war Bauer in Schönau Nr. 105 Berg-Ram’sch.
Johann und Magdalena Rämisch waren sehr kinderreich, Der Sohn Rudolf Rämisch wurde Landwirt in Leopoldsruh Nr. 1, der Sohn Johann wurde Landwirt in Schönau Nr. 41 Futh-Ram’sch.
Nachdem die Familie Rämisch den Grund von Schönau Nr. 133 erworben hatte, begann man, dazu auch landwirtschaftliche Flächen zu erwerben. Ein Teil stammte aus der Ausschlachtung des Hofes Nr. 148 Sallmann-Bauer im Jahr 1905/1906. Große Teile der Flur wurden damals durch Familie Spediteur-Rämisch erworben. Ein ca. 6 ha großes Grundstück wurde von diesem zunächst an den Furnand-Bauer Kindermann (Schönau Nr. 307) verkauft, der es später an Josef Strobach Graveur-Strobach veräußerte, der dort schließlich den beliebten Ausflugsort Waldidylle Lilienteich errichtete.
Ein Stück Wald hinter dem Lilienteich verblieb beim Bauer Kindermann.
Bei Familie Rämisch verblieben ca. 11 ha Wald und 7 ha Feld. Auch gab es hier einen Ram’sch-Tischler-Weg.
Aus der Flur des früheren Bauerngutes Nr. 8, wurden entlang der Hainspacher Straße ebenfalls 3 Ha Acker und Wiese erworben.

Slg. M. Turyna VS
Bilder aus den Sammlungen Zimmer und Köhler:






Geschmückte Haustür von Schönau Nr. 133, die Initialen M und R lassen auf die Hochzeit von Josef Rämisch und Mathilde Lissner am 19.05.1910 schließen.
Aus dem Jahr 1954 stammt das folgende schöne Familienbild

Das Bild der Familie Josef Rämisch (Schönau Nr. 133) entstand 1954, ein Tag nach der Hochzeit der jüngsten Tochter Irmgard mit Karl Neumann aus Schönau Nr. 288. Zu den Personen:
Sitzend: Mathilde Rämisch geb. Lissner aus Königswalde 159, Josef Rämisch aus Schönau 133 mit den Enkelinnen von links:
Christine Rämisch geb. 1950 in Apolda, Inge Höppner geb. 1952 in Bernburg, Gerhild Hille geb. 1944 in Groß Schönau.
Hintere Reihe von links: Irmgard Neumann, geb. Rämisch (Nr. 133), Karl Neumann (Nr. 288), Henriette Rämisch geb. Entrich (Nr. 200), Josef Rämisch (Nr. 133), Maria Magdalena Höppner verwit. Hille geb. Rämisch (Nr. 133), Karl Höppner geb. in Nienburg.

Josef Rämisch (1887-1978)
