Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Die Landwirtschaft Nr. 113 in Groß Schönau

Schönau Nr. 113

Das ist eine der alten ursprünglichen Bauernwirtschaften von Schönau gewesen, nach alter Zählung B19. Oberer Nachbar war der Bauer Nr. 112 (Maschke-Bauer), südlich grenzten zunächst die Felder von der Gartennahrung Nr. 117 an (Dießner), später dann die herrschaftlichen Gründe von Grafenwalde. Der bäuerliche Flurstreifen endete nach ca. 2,3 km an der Gemarkungsgrenze zu Fürstenwalde.

Zum Hof gehörte ein kleines Umgebindehaus, das als Ausgedinge genutzt wurde. Es hatte die Haus-Nr. 128 und ist im Jahr 1899 von Josef Flügel erbaut worden.

Als Größe der Flur habe ich ermittelt: Gesamt 14,5 ha, darunter 7,7 ha Acker, 3,1 ha Wald und 3 ha Wiese.

Letzter deutsche Besitzer war das Ehepaar Müller. Nach der Vertreibung lebte die Familie in Rennertshofen/Bayern.
Ältester bekannte Eigentümer war 1574 Paul Merten der Alte. Im Jahr 1654 (nach dem 30-Jährigen Krieg) scheint die Wirtschaft nicht bewohnt gewesen zu sein. Die Flur heißt Wehnersche Grund. Mit Caspar Hülle, erwähnt im Urbar von 1668, beginnt eine lange Zeit der Bewirtschaftung des Hofes durch eine Familie Hille. 1668 und 1677 wird dessen Sohn Christoph Hülle als Bauer B19 genannt. Der Sohn Zacharias , geboren ca. 1653, stirbt am 22.01.1721 als Alter Bauer mit 67 ¾ Jahren. Er ist der Nieder-Bauer. Mit seiner ersten Frau Ester hatte er 8 Kinder, mit seiner zweiten Frau Rosina weitere 3 Kinder.

Im Jahr 1721 verkauft Zacharias Hülle die zweirüthige Wirtschaft an den Sohn Zacharias. Dieser wird in den Kirchenbüchern „Caspers Christels Sachers Zacharias“ genannt. Zacharias wiederum verkauft die Wirtschaft 1758 an den Sohn Hans Christoph Hülle. Im Jahr 1760 ist eine Erbscheidung zwischen den Geschwistern überliefert. Genannt werden Zacharias Hülle, Joseph Hülle, Maria Elisabeth und Hans Christoph Hülle. Letzterer verkauft 1791 die Wirtschaft an den Sohn Franz Hille. 1836 übernimmt Joseph Hille das Gut. Dieser ist auch 1846 Eigentümer von Nr. 113, als die Historischen Flurkarten erstellt werden.

1921 ist der aus Königswalde stammende Josef Müller Eigentümer der Wirtschaft Nr. 113, die er im Jahr 1900 von dem Voreigentümer Fliegel erworben haben wird.

In Bildmitte das Bauernhaus Nr. 113, daneben, durch einen Baum halb verdeckt die Scheune. Am linken Bildrand das Ausgedinge Nr. 128. Hier wohnte zuletzt Familie Wünsche.

In Bildmitte das Ausgedingehaus Nr. 128; am rechten Bildrand Nr. 113

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