Hille Familie

Heimat- und Ahnenforschung in Nordböhmen und darüber hinaus

Groß Schönau Nr. 341

Mein Urgroßvater Bernard Strobach wohnte im Haus Schönau Nr. 341, als er im Jahr 1899 die Marie Marschner heiratete. Danach zog die junge Familie in das Schwiegerelterliche Haus Schönau Nr. 9.

Das Haus Schönau 341 wurde 1893/94 von Johann Marschner (* 24.08.1857) aus Leopoldsruh 7 errichtet. Dafür wurde aus der ehemaligen Wirtschaft Schönau Nr. 32 das Flurstück 624/1 herausgekauft. Aus dem Arciv Decin liegen die Baupläne vor. Demnach hatte das massiv errichtete Haus im Erdgeschoß zwei Zimmer. Darüber hinaus besaß es einen kleinen Keller. Ob das Dachgeschoß seinerzeit genutzt wurde, ist nicht zu erkennen. Im Hinterbereich verfügte es über einen kleinen Gang mit Abort.

Im Jahr 1910 wurde das Haus stark erweitert, indem es links einen größeren Anbau erhielt, der ebenfalls zwei Zimmer aufwies. Der Gang wurde nunmehr massiv ausgeführt. Dem Bauplan ist zu entnehmen, dass es neben den früheren Bodenkammern nun zwei weitere Kammern gab.

1921 wohnten im Haus 4 Wohnparteien.

Aufgrund beengter familiärer Platzverhältnisse ließ 1940 der nunmehrige Besitzer Franz Sturm das Haus noch einmal erweitern, insofern der massive Anbau um die gleiche Breite erweitert und mit einem Stock ergänzt wurde, der als Schlafraum genutzt wurde. Interessant ist die Beschränkung des zu verbrauchenden Baueisen auf 0,170 Tonnen. Die Menge des Bauholzes durfte 4,79 m³ nicht überschreiten.

Katasterplan zu Schönau, in dem mittig das Bauvorhaben eingetragen wurde (https://ags.cuzk.cz).

Im Jahr 1945 lebten in diesem Haus 11 Personen:
Anton Riedel (* 09.03.1876), Messerschmidt bei Fa. Frenzel,, verheiratet mit Albine, der Tochter von Johann Marschner, (* 09.07.1882) und die Schwiegersöhne der Eheleute Riedel: Franz Sturm, Bandstuhltischler in Hainspach/Fa. Rath, und Adolf Schubert, Fleischer in Rumburg, welche 1945 mit ihren Familien ebenfalls in Schönau 341 wohnten.